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Starex Restauration Teil 2 – Konservierung

Rost ist böse. Zumindest in Fahrzeugen – er wandelt unseren schönen Stahl in eine poröse, brüchige Masse, die dazu führt, dass Sauerstoff und Feuchtigkeit immer weiter ins Material eindringt zu einer immer weiter wachsenden Verrostung führt. Schlimmstenfalls führt er zum strukturellen Versagen des Bauteils – aber so weit kommt es glücklicherweise selten. Bedenkt man das Alter des Fahrzeugs, waren wir mit dem Zustand der Substanz eigentlich ganz zufrieden. Der Innenraum war ebenfalls in gutem Zustand – man beachte, dass es sich bei den orangegelben Flächen im folgenden Bild nicht um Rost, sondern um eine frühere Wachskonservierung handelt.

innenraum

Im nächsten Schritt geht es also darum, die verbleibenden, vom Gefüge her stabilen Roststellen zu konservieren. Eine gute Möglichkeit ist dabei der Einsatz von Rostkonvertern. Das sind Substanzen, die bestehenden Rost durchdringen und chemisch neutralisieren. Für die zugänglichen Oberflächen haben wir uns daher für Kovermi entschieden – es ist einfach anzuwenden, muss nicht abgewaschen werden und bildet von sich aus einen passablen Schutz. Die Wirkung kann dabei anhand der Verfärbung beobachtet werden: Kovermi ist dünnflüssig und beim Auftrag milchig, färbt sich dann aber allmählich bläulich und hinterlässt schließlich einen transparenten, dunkelblau-violetten Film. Ehemals rostrote Stellen werden dabei schwarz.

Nicht zugängliche Stellen wie Falze haben wir mit Owatrol-Öl konserviert. Owatrol ist ein dünnflüssiger Roststopper, das sichtbar in Rost und Falze hineingezogen wird und transparent matt trocknet. Dadurch wird verhindert, dass Feuchtigkeit weiter in das Material eindringen kann, und damit der Verrostungsprozess aufgehalten. Es kann mit einem „flauschigen“ Pinsel eingetupft oder auch in unzugängliche Stellen eingesprüht werden. Wir haben das Öl auch dafür verwendet, bestehenden, intakten Unterbodenschutz aufzufrischen. Owatrol kann übrigens auch zum Konservieren und somit Erhalten sichtbaren Rostes verwendet werden und findet sich daher auch in manchen Garten- und Dekorationsabteilungen.

Nachdem der Rost nun bestmöglich entfernt und gestoppt ist, geht es im nächsten Schritt darum, Bestehendes zu schützen. Wir haben dabei für die erste Schicht zu Brantho Korrux Nitrofest in grau gegriffen. Dabei handelt es sich um eine relativ harte Metallschutzfarbe, die sich gut als Grundierung eignet und auch direkt über Flugrost aufgetragen werden kann. Dabei haben wir absichtlich eine hellere Farbe als Grundierung gewählt, um etwaige Schadstellen in der obersten Schutzschicht rechtzeitig zu erkennen.

radkasten

Die letzte Schicht bildet Brantho Korrux 3 in 1 in schwarz seidenmatt, stellenweise in zwei Schichten aufgetragen. Im Gegensatz zur Grundierung ist dies eine dicke, elastische Farbe, die auch gleichzeitig die Aufgabe des Unterbodenschutzes übernimmt. Sie bildet also eine Front unserer Konservierungsbemühungen, soll Steinschläge, Kratzer von Ästen und sonstige Angriffe der „Natur“ abwehren . Brantho Korrux 3 in 1 kann gestrichen oder gerollt werden, letzteres bietet eine interessante Anwendung für den Außenbereich – doch dazu mehr im dritten Teil.

Wobei – so ganz stimmt das nicht. Den Abschluss bildet der Hohlraumschutz mit Dinitrol, einem sprühbaren Konservierungswachs. Dieses wurde mit Hilfe einer Hohlraumsonde in kritische Öffnungen sowie flächig auf den Unterboden gesprüht. Dinitrol kann zwar von lackierten Flächen abgewaschen werden, wir haben diese im Zweifel aber lieber for dem Sprühnebel geschützt. Außerdem empfiehlt es sich, Auspuff und Bremsen ebenfalls abzudecken, wenn man unangenehmen Gerüchen und Rauchbildung vorbeugen will.

Dinitrol haben wir direkt vom Kfz-Meister unseres Vertrauens bezogen – der Rest stammt aus „dem Internet“, daher an dieser Stelle der Hinweis auf zwei Bezugsquellen (neben Amazon):

http://www.korrosionsschutz-depot.de/ : Umfangreicher Shop mit kompetentem, hilfreichem Team. Ein Blick in den Katalog lohnt, wo sich – wenn auch natürlich bezogen auf die vertriebenen Produkte – viele nützliche Tipps und Anwendungshinweise bezogen auf verschiedene Schadbilder finden.

http://www.magazin-sued.at/ : preiswerte Bezugsquelle mit schneller Lieferung, es sind allerdings nicht alle Spezialprodukte erhältlich.

Soviel für dieses mal von unserer Seite – im dritten und letzten Teil werden wir uns noch dem „final touch“ und dem Ergebnis widmen.

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Zum ersten Teil  des Artikels: Starex Restauration Teil 1 – Vorbereiten und Entrosten
Zum dritten Teil des Artikels: Starex Restauration Teil 3 – Final Touch

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