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Starex Restauration Teil 3 – Final Touch

Eine Restauration ist ja schön und gut – aber spätestens wenn eine neue Lackierung und eine neue Bereifung fällig werden, stellt sich die Frage, inwiefern man überhaupt beim Originalbild bleiben möchte – oder bei der Gelegenheit gleich noch die eine oder andere Optimierung mit macht bzw. einen farblichen Kontrast setzt. Man könnte meinen, nach mehreren Monaten mühsamem Rundumerneuern hatten wir erstmal genug vom Streichen und Umbauen. Aber – weit gefehlt🙂

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Nachdem der Starex technisch wieder in guten Zustand ist (problemlose „Pickerlbegutachtung“), geht der Spaß erst richtig los.

Zunächst zur Farbe – diverse kleinere und größere Macken im weißen und silbernen Lack machen ein neu Lackieren unumgänglich für die auch optische Rundumerneuerung. Weiß soll er bleiben, das ist klar – aber gerade im unteren Fahrzeugteil kommt es beim Geländeeinsatz doch öfter mal zur vermehrten Beanspruchung durch Natur und ähnlichen Gemeinheiten. Daher stand die Option im Raum, auf Höhe der ehemaligen silbernen Lackierung stattdessen eine zähe, robuste Schicht Brantho-Korrux 3 in 1 aufzurollen.

Wie das Bild es bereits vermuten lässt, konnte ich mich erfolgreich durchsetzen😉 und der Entschluss war gefasst: der untere Fahrzeugbereich samt Stoßstagen wird schwarz seidenmatt. Ohne jegliche Erfahrung mit Rollen und mit viel Optimismus bezüglich horizontalem Aufkleben und anschließendes sauberes Abziehen des Malerkrepps, ging es ans Werk. Und zu unser aller Überraschung kann sich das Ergebnis sehen lassen.

updates_3Schwarz. Matt schwarz.

Wir haben gelernt: Brantho Korrux lässt sich erstaunlich gleichmäßig aufrollen, nach zwei Schichten wirkt das Ergebnis auf den Karosserieteilen wie foliert. Lediglich die doch stark abgerundeten und vor allem verwinkelten Stoßstangen weisen prinzipbedingt leider einige Unregelmäßigkeiten auf, die nach den ersten staubigen Straßenkilometern jedoch nicht weiter auffallen.

Mit einer weiteren Modifikation haben wir bereits vorher begonnen. Starex-Fahrer wissen um die leidige Schwachstelle in der Allradzuschaltung. Die serienmäßige Unterdruckdose versagt leider ab und zu und gerne gerade dann, wenn man den Allradantrieb gerade am dringendsten braucht. Die Dose ist der unterste Punkt des Unterdrucksystems und somit ein Sammelpunkt für Kondenswasser. Das kann ja nicht gut gehen… Daher haben wir eine solche Situation gar nicht erst abgewartet, sondern die Unterdruckdose direkt durch Charlie’s Blue Box ersetzt. Dabei wird der Allrad rein mechanisch zugeschaltet, indem ein in den Innenraum zu verlegener Seilzug direkt mit einem zusätzlichen Hebel gespannt wird. Einige Feinjustierungen sind nötig, bis die mechanische Feder die Zuschaltung zuverlässig durchführt – aber einmal eingestellt funktioniert das System sehr zuverlässig. Die Box hat auch eine LED-Anzeige im Cockpit, die die erfolgreiche Einrückung des vorderen Freilaufs anzeigt. Berufsbedingt waren wir mit der Ausführung der Elektrik nicht ganz zufrieden und haben einige Modifikationen durchgeführt.

updates_2Die Bluebox von außen (ohne Deckel) …

updates_1… sowie der zugehörige Hebel im Inneren des Fahrzeugs. Der Mechanismus verschwindet später gänzlich unter der Handbremsenverkleidung.

Von einer Baustelle zur nächsten – die Klimaanlage war hinüber. Der Kompressor hatte den Geist aufgegeben, und überhaupt hatte wohl irgendein Entscheidungsträger gedacht, es sei eine gute Idee, die Aluminiumleitungen direkt an die Stahlkarosserie zu montieren. Jedenfalls schien kein Teil der Anlage mehr funktionsfähig, und somit wurde sie kurzerhand gänzlich ausgebaut*.

* Ein Tipp am Rande für Starex-Fahrer, die die Klimaanlage noch eingebaut haben: zwischen der hinteren Klimaanlage und der Karosserie sammelt sich allerlei Flora und Fauna , sodass es an dieser Stelle mit Abstand am stärksten korrodiert war. Daher empfiehlt sich gelegentlich ein Blick unter das Fahrzeug, bevor man womöglich erst dann etwas merkt, wenn sich der Rost bereits bis nach außen gefressen hat.

Als Ersatz zwecks Abhilfe an warmen Sommertagen und -nächten, fiel die Entscheidung zu Gunsten eines WebastoSchiebedachs aus. Da die Elektrik momentan noch nicht angeschlossen ist (und entsprechend Kabel herunterhängen) gibt es hiervon leider noch kein Bild – dafür einige umso amüsantere vom Einbau.

rumkralln_und_schiebedach_einzeichnenDa soll das Fenster mal hin…

da_kommt_das_schiebedach_hin… doch am Anfang war das Loch.

Anstatt mit dem mitgelieferten, wenig vertrauenserweckenden, Dichtband ging das Fenster mit Hilfe von Scheibenkleber den (hoffentlich) ewigen Bund mit dem Dachhimmel ein, für einen schönen Abschluss sorgt noch eine weiße, dauerelastische Karossieriedichtmasse rund um den äußeren Rahmen.

Und wenn wir schon beim Bohren sind…😉 was ist ein Geländewagen ohne stilgerechtes Schnorchel? Nachdem das Objekt der Begierde die lange Reise von Australien zu uns überstanden hatte (und die mitgelieferten Schablonen leider nur begrenzt hilfreich waren), war das Schnorchel ziemlich rasch an die Karosserie gehalten und der notwendige Ausschnitt im seitlichen Kotflügel eingezeichnet.

da_kommt_das_schnorchel_hinDas tut man seinem Fahrzeug auch nicht alle Tage an.

Wider Erwarten befanden sich aber gleich drei Blechebenen zwischen Kotflügel und Innenraum, sodass auch hier einiger Aufwand angefallen ist. Zur Umleitung des Luftstroms – damit der Träger nicht angesägt werden muss – eignete sich der mitgelieferte Schlauch, im Motorraum haben wir den originalen Luftfilter etwas modifiziert, um eine optimale Luftführung zu erzielen. Das Ergebnis sieht man am Besten im folgenden Vorher-Nachher-Vergleich.

Den Abschluss bilden – natürlich – ein Satz Dotz DAKAR Dark mit zugehörigen General Grabber AT2 Reifen. Die Verwandlung unseres Großen wird am Besten anhand folgender Bilder deutlich, aufgenommen auf den Abenteuer-Allrad Parkplätzen 2012 und 2014:

starex_vorherVorher…

starex_pretty_small… und nachher.

Fazit: Hat es sich gelohnt? Zeitlich & finanziell – vermutlich nicht. Für die Freude mit und am Fahrzeug – auf jeden Fall.

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Zu den ersten beiden Teilen dieses Artikels:

Starex Restauration Teil 1 – Vorbereiten und Entrosten
Starex Restauration Teil 2 – Konservieren

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