doing cool stuff with cars and electronics

Wie erkenne ich eine gute Elektronikfirma?

Es ist nicht ganz einfach, eine seriöse Elektronikfirma zu finden, der man gerne Aufträge gibt und/oder bei der man auch gerne arbeiten würde. Diese Anforderungen sind kein Widerspruch, denn eine Firma, die für ihre Entwickler ein angenehmer Arbeitsplatz ist, wird auch tendenziell die besseren Produkte liefern.

Es gibt aber ein paar Details, mit denen man recht zuverlässig die Spreu vom Weizen trennen kann:

Positive Signale:

  • Vollständiger ESD-Schutz, auch auf Entwicklerarbeitsplätzen. Wer die ESD-Problematik nicht verstanden hat, sollte sich ein anderes Betätigungsfeld als Elektronikentwicklung und -fertigung suchen.
  • Namensschilder und Visitenkarten ohne Titel. Mit ein wenig Sachverstand findet man schnell heraus, wer kompetent ist und ob der Herr Dr. (MBA) nur den Sessel wärmt (macht er auffallend oft…).
  • Angemessene Messtechnik an jedem Entwicklerarbeitsplatz und im Laborbereich. In der Praxis wesentlich wichtiger als Kalibrierzertifikate sind einwandfreie Stecker und Kabel in ausreichender Anzahl.
  • Keine dedizierten Projektleiter. Im Normalfall verursachen sie intern mehr Arbeit und sind schon nach wenigen Jahren nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik. Durch den „Stille Post“ Effekt kommen wichtige Details nicht bei den Entwicklern an, die aber dafür mit unwichtigen und trivialen Dingen von ihrer eigentlichen Arbeit abgehalten werden. Die Leitung / Koordination übernimmt idealerweise die Person mit der meisten Erfahrung auf diesem Gebiet.
  • Eine Aufteilung in ca. 1/3 Programmierer, 1/3 Hardwareentwickler und 1/3 Tester bei einem typischen embedded Entwicklungsprojekt hat sich meist als richtig erwiesen. Die Teststrategie und die Fertigung müssen bei einem Produkt vom Anfang an gleichberechtigt mitberücksichtigt werden.

Sichere Warnzeichen:

  • „Das haben wir schon immer so gemacht“ ist häufiger zu hören
  • „Das haben wir schon immer so gemacht weil <schlechte Begründung einsetzen>“
  • Hohe Mitarbeiterfluktuation.
  • Bei jedem kleineren Problem werden externe „Spezialisten“ gerufen. Der Chef hat sich also eine Gurkentruppe herangezüchtet, die ihm nicht gefährlich werden kann.
  • Produkte, die ganz offensichtlich nicht „State of the Art“ sind, werden stolz präsentiert.
  • Wenn Mitarbeiter sich auffällig langsam oder hastig bewegen.
  • Pflichten- und Lastenheft sind Fremdworte oder, viel schlimmer, existieren zwar offiziell, werden aber ignoriert oder nachträglich verfasst.
  • Der Chef ist ein Choleriker, leidet am Napolensyndrom oder ist fast nie anwesend.
  • Kontrollfreaks anwesend und in gefährlich hoher Stellung.
  • Übermäßige Benutzung von Präsentationsprogrammen („Power Point Engineering“)

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